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Elke fährt über die Tremola

Heute stand sie an, die erste Pässetour von Elke. Und als Highlight haben wir uns die «Tremola» ausgesucht.

Um 0500 sollte es los gehen. Michael hat den Wecker verschlafen und so schafften wir es dann um 06:15 die Maschinen zu starten. Samstags Morgens fährt es sich um diese Uhrzeit sehr gut durch Zürich, so dass wir die Directissima gewählt habe.

Embrach – Lufingen – Kloten – Glattbrugg – Seebach – Oerlikon – Bucheggplatz – Hardbrücke – Triemli – BirmesdorferStrasse – Stallikon -Türlersee – Mettmenstetten – Maschwanden —

Die Reussbrücke bei Sins war allerdings gesperrt, so dass das Navi hektisch Umleitungen erfand – um uns auf jeden Fall noch mal nach Sins zu bringen. Und es war um diese Uhrzeit mit 13°C doch noch recht kalt, so dass wir entschieden, beim nächsten Mal frühmorgens einen Pulli anzuziehen.

Aber mit geografischen Weitblick entschied Michael dann die Vorschläge zu ignorieren und wir fuhren weiter Richtung Holzhäusern – Gisikon – Root – Ebikon (beim Schindler) – direkt nach Luzern. Am Löwendenkmal vorbei führte es uns direkt an den Vierwaldstätter See. Was für ein Anblick am frühen Samstagmorgen. Kapellenbrücke – Seebrücke – Messe – Horw  – Hergiswil  waren die nächsten Ziele.

In Hergiswil fanden wir eine Bäckerei – Michael besorgte Gipfeli und Kaffee und Elke suchte einen Parkplatz für unsere Töffs. In einer kleinen öffentlichen Badi am See genossen wir die wärmende Sonne.

Und machten uns dann aber bald weiter auf den Weg über Stansstadt – Alpnachstag , wo wir auf die Autobahn N8 fuhren. Diese verschwand bei Sarnen-Süd im 6 km langen Tunnel. Dort bekamen wir dann wieder zünftig warm. Die Temperatur stieg im Tunnel kurzfristig auf fast 30 Grad.

In Giswil ging es dann nomal weiter über die Brünigpassstrasse: Giswil – Lungerensee – Tunnel – Brüninpass – Meiringen

In Meiringen tankten wir bei der Landi beide Maschinen noch mal voll. Etwas teuerer als an der Strasse, aber dafür ist die Tanke mit angeschlossenem Laden ein guter Tip für ein frühes Road-Frühstück oder sonstige Erfrischungen. An der Areschlucht vorbei fuhren wir dann nach Innterkirchen.

Letzte Frage: Wollen wir wirklich über den Gotthard? Alternative: Susten und heim?

Der Entscheid war: «Gotthard», aber ins Tessin will ich nicht   🙁

Also lenkten wir die Maschinen auf die Grimselpassstrasse. Hier fing dann der samstägliche Motorradverkehr schon an. Recht viele Maschinen überholten und recht zügig, obwohl wir nicht langsam fuhren. Aber einige blieben auch hinter uns und fuhren durchaus zivil.

Der Grimselsee am frühen Samstagmorgen

Oben am Grimsel (2164 m) angekommen staunten wir, wie belebt die Passhöhe um diese Uhrzeit schon war.

Wir machten eine Pinkelpause und vor der Abfahrt gab es das obligatorische Passfoto vor den rostigen Bikern. Dann fuhren wir den Pass hinunter Richtung Gletsch.

Dort bogen wir recht ab und fuhren neben der Furka-Bahnstrecke hinunter ins OberGoms. Goms ? Wallis ?

In Obergesteln stand die Dampflok der Furka Bergstrecke. Wir hielten am Parkplatz an, um eine Pause zu machen, das Navi zu kontrollieren und auf die Abfahrt der Dampflokomotive zu warten.

Wieder auf der Strasse bogen wir dann einige wenige Kilometer weiter in Ulrichen links auf den Nufenen (2478m). Ein kleiner – relativ unbekannter Alpenpass – der jedoch durchaus zu den grossen Pässen gehört. Bis auf 2474m über NN stieg die Strasse in immer weitere Kehren. Töff-fahren pur.

Oben am Passo dell Novena angekommen, machten wir wieder ein Foto für die Daheimgebliebenen und setzten die Fahrt fort ins Tessin. Tessin?

Die Landschaft wurde wieder lieblicher, wir kamen ins Val Bedretto und Michael hielt am Ristorante «All’Aqua» an, dass er schon von der letzten Tour her kannte. Es ist sehr schön hier, wir genossen die Wärme und Sonne um half Zwölf und bestellten uns einen leckeren Salat und Risotto mit Rinderbraten. Mmmmm, gut!

Ein paar hundert Meter weiter hielten wir an der «Grotta dei Minerali» an. Bei einem Gartenrestaurant mit Spielplatz und mini See gab es eine recht nett gemachte Mineralienausstellung zu besichtigen. Die Mineralien sind hier alle im Val Bedretto gefunden worden und wurden im «Keller» sehr realitätsnah ausgestellt. Alles war perfekt beleuchtet und die Glasscheiben davor waren neu und sauber, also gar nicht zu sehen. Wir erfreuten uns am Glitzern und Funkeln in dieser liebevoll gemachten Ausstellung.

Unten bei Ariolo auf dem ersten Stück der Tremola

Wenige Minuten weiter waren wir dann bald auch schon in Ariolo. Hoch oben am Berg über uns hing das Gewirr der unterschiedlichen Strassen und Autobahnbrücken. Man blickt da kaum durch, wer wann wo fährt. Zumal die Autobahn ja schon weiter unten durch den Berg abgeleitet wird.

Das Navi wusste zwar, dass wir die Tremola hoch fahren wollten, aber es führte und einen kleinen alternativen Weg, den zwar Velos befahren dürfen, Töffs jedoch nicht. Nach ein wenig Rumkurven im Dorf fand Michael aber dann doch den Rank und den Einstieg in die Tremola, am Waffenplatz Ariolo Caserma Bedrina vorbei beginnt das unscheinbare Strässchen und schlängelt sich unter der modernen Gotthard-Passstrasse hindurch in engen Kurven den Hang hoch. Schon nach wenigen Kurven ändert sich der Belag in das bekannte Kopfsteinpfaster und wir fühlten uns in die Vergangenheit versetzt.

Wir machten unzählige Fotostops und drehten Videos. Heute passte wieder einmal alles perfekt zusammen.

Oben am Gotthard angekommen dokumentierten wir auch diese Zielerreichung mit Fotos. Die historische Postkutsche brachte uns auf weitere Ideen für unser irgendwann kommendes Rentnerleben.

Und dann fuhren wir den Rest der alten Gotthardstrasse nach Norden hinunter. Auch hier das obligatorische Kopfsteinpflaster. Und erstaunlich viele Fahrzeuge die neben der Strasse parkierten und die Sonne und das kühle Wasser genossen. Hier oben auf der Passhöhe blies ein durchaus zügiger Wind.

Über Hospental fuhren wir dann auf Andermatt zu. Die neuen Sawiri-Resort Gebäude nahmen und den Atem und wir verliessen diese schöne Hochtal (mit den entstellenden Hochhäusern) hinunter durch die Schöllenen-Schlucht. Der Verkehr war hoch, in beiden Richtungen. Aber zumindest nach Norden hinunter konnten wir immer fahren und erreichten bald Göschenen – Wassen – Gurtnellen – Amsteg – Silenen – Erstfeld.

Je weiter wir nach unten kamen, desto wärmer wurde es, aber der Wind liess nicht nach. Und auf der Gegenfahrbahn stauten sich immer wieder die Autos, welche den Stau auf der Autobahn umfahren wollten. Samstag Nachmittag zu Ferienbeginn über den Gotthard nach Süden ist einfach keine gute Idee. Wir waren müde und wollten hier einfach nur weg. Das Tal ist schön und faszinierend. Aber nicht an einem Sommerwochenende.

In Altdorf brauchten wir dringend eine Pause, aber das Eiscafe hatte geschlossen und auch sonst konnten wir uns nicht einigen. Michael zog daher durch bis Flüelen. Dort im Ort kannte er eine Bäckerei, in welcher er schon mit Anna gefrühstückt hatte. Diese hatte geöffnet und wir stärkten uns mit Salat und etwas zu trinken.

Über die Axenstrasse führte uns der weitere Weg dann am Urnersee entlang, auf dem sich die Kite-Surfer und Segler über den weissen Schaumkrönchen austummelten. Hinter Brunnen verliessen wir die Axenstrasse und auch die beginnende Autobahn und fuhren durch Ibach, Schwyz die «Bergautobahn» auf den Sattel. An der Seilbahn vorbei biegt man dort ab zum Ägerisee und fährt über Morgarten am See entlang und dann über die Höhe bei Menzigen vorbei bis runter nach Sihlbrugg.

Im Sihltal war nicht viel los, das ständige 80 fahren machte müde und schläfrig, so dass wir uns an einer Tankstelle vor Leimbach noch einmal verpflegten.

Die Rückfahrt durch Zürich brachte zwar hinter SihlCity und in Wiedikon etwas Stau, aber zumindest Abwechselung. Über Aussersihl gelangen wir dann bald auf die Hardbrücke und dann den Rosengarten auf die Autobahn in Richtung Flughafen. Hier in heimischen Gebieten fühlten wir uns sogar auf der Autobahn richtig wohl und hatte es nicht mehr lang bis wir dann müde, aber glücklich die Töffs wieder in Embrach vor unserer Garage abstellen konnten.